Gewohnte Wege – neuer Fahrspaß: Mit E-Bike und E-Roller unterwegs in der ambulanten Pflege
Es ist Zeit in Sachen Mobilität über Alternativen nachzudenken. Der ASB Hamburg fördert den Einsatz von Fahrrädern, E-Bikes und E-Rollern.
Der ASB Hamburg versorgt über 3.000 pflegebedürftige Menschen in ihrem Zuhause. Doch der Verkehr in Hamburg wird zunehmend zur Herausforderung in der ambulanten Pflege: Staus, knapper werdende Parkplätze und der Übergang zu klimafreundlicher Mobilität erfordern neue Ansätze für die Tourenplanung. Statt nur auf Elektroautos zu setzen, geht der ASB Hamburg noch weiter und fördert den Einsatz von Fahrrädern, E-Bikes und E-Rollern.
Im Gespräch erklärt Annett Sturmhöfel, Fachbereichsleitung Ambulante Pflege, wie diese Mobilitätsalternativen im Alltag funktionieren und welche Chancen sie bieten.
Liebe Annett, Hand aufs Herz, ambulante Pflege ohne Auto – geht das überhaupt?
Absolut, gerade in einer Großstadt wie Hamburg ist die ambulante Pflege ohne Auto sehr gut machbar. Wir sind mit unseren 18 Sozialstationen im gesamten Stadtgebiet vertreten. Unsere Pflegekräfte haben durch das lokale Einzugsgebiet in der Regel nur kurze Distanzen zwischen den Kundeneinsätzen zu fahren. Das sind ideale Voraussetzungen für E-Bikes und E-Roller.
Zudem wird die Pflegetour mit dem Auto immer schwieriger: mehr Staus, weniger Parkplätze und der Ausbau von Anwohnerparkzonen stellen uns täglich vor Herausforderungen. Gleichzeitig machen diese Entwicklungen Alternativen wie E-Bikes oder E-Roller besonders attraktiv – gerade da die Ladeinfrastruktur für Elektroautos noch nicht überall ausreichend ist.
»Ich freue mich, dass wir schon so viele Kolleginnen und Kollegen von unseren alternativen Mobilitätsangeboten überzeugen konnten. Gemeinsam leisten wir einen positiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Mobilitätswende.«

Welche Alternativen zum Auto gibt es? Und wie motiviert ihr die Mitarbeitenden auf diese umzusteigen?
Unsere Pflegekräfte können klassische Fahrräder, E-Bikes, E-Roller oder E-Scooter nutzen. Um den Umstieg leichter zu machen, bieten wir einige Anreize: Mitarbeitende können beispielsweise auf ein Dienst-E-Bike mit privater Nutzung umsteigen. Die Versicherung, notwendige Inspektionen und anfallende Reparaturen übernimmt der ASB Hamburg. Zudem bieten wir über BusinessBike attraktive Leasingangebote für hochwertige Fahrräder. Wer sein eigenes Fahrzeug nutzt, erhält eine Kilometerpauschale.
Sehr gut kamen auch unsere Mobilitätstage an. Auf diesen Events hatten unsere Pflegekräfte die Möglichkeit verschiedenen E-Fahrzeuge zu testen, sich mit Kolleg:innen auszutauschen oder über wettergerechte Ausrüstung zu informieren.
Und wie sieht’s aus bei schlechtem Wetter, können die Mitarbeitenden trotzdem ein Auto nutzen?
Tatsächlich nutzen viele unserer Mitarbeitenden, die keinen Führerschein haben, das Fahrrad das ganze Jahr über – auch bei schlechtem Wetter. Unsere Erfahrung zeigt: Mit der richtigen Kleidung ist das kein Problem.
Deshalb unterstützen wir unsere Mitarbeitenden finanziell mit einem monatlichen Zuschuss für wetterfeste Kleidung. So bleiben Fahrrad, Roller & Co. auch bei Wind und Regen eine attraktive Option.
Welches Ziel verfolgt ihr langfristig?
Wir möchten, dass umweltfreundliche Mobilität zum festen Bestandteil unserer Arbeit wird. Langfristig ersetzen wir nach und nach Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch nachhaltige Alternativen – dazu gehören natürlich auf E-Autos. Gleichzeitig möchten wir den Mitarbeitenden zeigen, wie einfach und attraktiv der Umstieg auf E-Bikes oder E-Roller in der ambulanten Pflege sein kann. So tragen wir gemeinsam zu einer nachhaltigen Mobilität bei und verbessern gleichzeitig unsere Umweltbilanz.
Annett, Du hast vor einigen Jahren selbst als Pflegefachkraft gearbeitet. Würdest Du aufs E-Bike switchen?
Sofort! E-Bikes machen das Fahren entspannt und angenehm. Schon 2006 bin ich mit dem Fahrrad auf Tour gegangen – damals noch ohne E-Motor. Mit dem Fahrrad ist man flexibel, spart Zeit in der Stadt und genießt die frische Luft. Für mich ist das die perfekte Kombination aus Effizienz und Spaß. Und der Gesundheit kommt es auch noch zu Gute.

